23. Februar 2009

Jahresbilanz 2008 der Kath. öffentliche Bücherei Urbar

Der Jahreswechsel gab Anlass für die Kath. öffentliche Bücherei Urbar, Bilanz für das Jahr 2008 zu ziehen. Die Tendenz der letzten Jahre, ein stetiger Anstieg der Ausleihzahlen, setzte sich 2008 leider nicht fort. Mit 3037 Entleihungen wurde jedoch das gute Ausleihergebnis von 2004 überschritten. Bei der Schönen Literatur konnte ein Zuwachs verzeichnet werden. Die Zahl der Leser blieb mit 215 fast konstant. Der Gesamtbestand an Medien (Bücher, Spiele, MCs, CDs, Videos, CD-ROMs, DVDs) betrug 3987. Darüber hinaus standen 6 Zeitschriftenabonnements (u. a. „Test“ und „Finanztest“) und 303 Medien als Leihbestände der Ergänzungsbücherei des Bistums Trier zur Verfügung. Zusätzlich zu den aktuellen Zeitschrif-tenzugängen konnten 170 Neueinstellungen vorgenommen werden. Das Angebot wurde abgerundet durch 16 Veranstaltungen, und zwar 10 Vorlesestunden, ein Puppenspiel, 3 Ausstellungen und 2 Bib-fit-Aktionen für Kindergartengruppen (intensive Einführung in den Büchereibetrieb für die „Großen“ an jeweils vier Vormittagen mit Erwerb des „Bibliotheksführerscheins“).

An Finanzmitteln standen rund 2360 € bereit, die zu 80 % der Beschaffung neuer Medien dienten. Sie stammten u. a. aus Spenden (fast 500 €), den Zuwendungen des Borromäusvereins, des Bistums Trier, der Kirchengemeinde, des Rhein-Hunsrück-Kreises und der Zivil-gemeinde. Diese stellte darüber hinaus den Büchereiraum miet- und nebenkostenfrei bereit. Die sogenannte „Quote“ des Borromäusvereins in Höhe von 592 € war das Entgelt dafür, dass von den Benutzern der Bücherei Medien im Werte von etwa 4500 € zum Eigenbesitz erworben worden waren.

Das Bücherei-Team besteht aus acht Personen. Punktuell waren etwa 20 weitere Personen im ehrenamtlichen Einsatz. Insgesamt wurden ca. 950 Arbeitsstunden erbracht, was einem Gegenwert von 9500 € entspricht.

Die Büchereileitung hat die Erfahrung gemacht, dass die Vermittlung von Büchern schwerer geworden ist, insbesondere, wenn an einem bestimmten literarischen Niveau festgehalten wird. Betroffen machte die Äußerung einer Jugendlichen, Lesen sei „ätzend“, nachdenklich aber auch die Aussage eines Kindes im Rahmen der Bib-fit-Aktion: „Meine Mama hat mir früher mehr vorgelesen.“ Aktuelle Studien zeigen sogar, dass 37 % der Eltern nicht mehr vorlesen. Kürzlich hat die stetig wachsende Zahl entwicklungsgestörter Kinder den Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte alarmiert. In Deutschland wächst eine Generation von Kindern heran, die „täglich viele Stunden vor dem Fernseher geparkt werden, mit denen niemand spricht und spielt, denen keiner vorliest“, heißt es. „Wir erleben in unseren Praxen immer mehr Kinder mit massiven Spracherwerbsstörungen.“

Deshalb wird die Büchereileitung ihre Bemühungen zur Leseerziehung verstärken, indem sie beispielsweise Kinder in die Gestaltung der monatlichen Vorlesestunden aktiv mit einbindet. Auch wenn Nicht-Buch-Medien auf viele Kinder eine starke Anziehungskraft ausüben, wird nach wie vor das Buch in der Bücherei den ersten Stellenwert behalten. Die Nicht-Buch-Medien sind eine – allerdings unterschiedlich zu gewichtende – Bestandsergänzung. So haben in der Bücherei Urbar die mehr als 200 Spiele weiterhin wegen ihres pädagogischen und gemeinschaftsfördernden Wertes eine wichtige Funktion. Auch die gute Akzeptanz von Hörbüchern ist erfreulich, denn ihre Entleiher nutzen ihre Zeit sinnvoll, in dem sie sich beispielsweise auf langen beruflichen Autofahrten oder bei der Hausarbeit – wenn also Lesen nicht möglich ist – Literatur vermitteln lassen.

Getreu dem irischen Sprichwort „Lieber barfuß als ohne Buch“ wird die Bücherei Urbar versuchen, auch im neuen Jahr Bücher und andere geeignete Medien an den Mann, die Frau und das Kind zu bringen.