19. August 2009

Inge Barth-Grözinger: Alexander

Zur Zeit der Industrialisierung gelingt dem Sprössling einer Unternehmerfamilie der Einstieg ins Bankwesen. Der erstgeborene Alexander begleitet seinen Vater auf den Fahrten zu den Kunden, denen Elias Pflaum Geld geliehen hat, und lernt so den Umgang mit dem Geldhandwerk. Gemeinsam mit dem Vater und dem jüngeren Bruder Moritz gründen sie bald eine Privatbank, die die aufstrebende schwäbische Industrie unterstützt. – Exemplarisch stellt die Autorin das Leben einer jüdischen Bankiersfamilie im 19. Jh. in Stuttgart dar. Auch die politische und soziale Lage mit all den Konflikten um die verarmte Arbeiterschicht, die Stellung der jüdischen Bevölkerung und die Einheit Deutschlands unter Bismarck wird thematisiert. Eine detailreiche Spurensuche in die Vergangenheit der deutschen Gesellschaft, die sicher helfen wird, das Verständnis für diese komplizierte Zeit unter den Jugendlichen zu vertiefen. – Für Lesebegeisterte, die auch vor längeren Schilderungen nicht zurückschrecken und Interesse an historischen Themen haben. (L. A.)
Borro-Rezension